Der Weihnachtsstern als billige Massenware?

Beim gärtnerblog ging es in diesem Artikel über Billig-Blumenzwiebel. Vorallem dass immer mehr Blumenzwiebel produziert werden, der Preis immer niedriger wird und die Produzenten dabei nicht wirklich wissen, wie sie aus diesem Abwärtstrend wieder herauskommen, ist Thema des Artikels. Doch auch im Bereich Topfpflanzen gibt es so einige Probleme, dass immer mehr zu einem immer niedrigeren Preis verkauft wird.

So berichtet die Taspo in ihrer am Freitag erschienen Ausgabe über die Weihnachtssternsaison 2012. So sei die Saison 2012 zwar insgesamt sehr gut gelaufen, die Preise und der Absatz relativ gleich gegenüber den Vorjahren, aber wo der Weihnachtsstern verkauft wird, das ändert sich immer mehr.

Was wird verkauft?

So wird weiterhin überwiegend die Farbe Rot verkauft, wenn es auch einige tolle neue Sorten im Bereich Pink gibt, so bemängelt der Autor im Artikel, dass weiterhin eine rein weiße Sorte fehlt. Ich persönlich kenne auch nur die cremeweiße Sorten. Wobei die Züchter natürlich eifrig an einer rein weißen Sorte arbeiten. Wie lange das dauert, ist ungewiss.

Wo gekauft wird

Das Hauptproblem ist aber, dass die Leute ihre Weihnachtssterne mittlerweile hauptsächlich im Baumarkt oder im Lebensmitteleinzelhandel kaufen. Dort wird eine gewisse Masse abgesetzt, so dass auch die Preise entsprechend niedrig sind. Diese Preise wiederum kann der Fachhandel aber meist nicht mithalten und verkauft so oftmals dieselben Weihnachtssterne nur eben teurer.

Was man tun könnte

Der Fachhandel der oft inhabergeführt ist, tut sich schwer, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, in dem er folgendes versuchen könnte:

  • spezielle Sorten (dunkelrote oder mehrfarbige Weihnachtssterne),
  • Größen (kleine Minis, große Büsche, Hochstämmchen)
  • bessere Qualität (Längere Haltbarkeit, weniger empfindlich gegen kalte Luftzüge)

Die Produzenten bieten das alles schon, denn diesen bleibt ebenfalls nichts anderes übrig, da sie nicht die Fläche haben, auf Masse zu produzieren und damit einen entsprechenden Preis anbieten zu können.

Meine eigene Erfahrungen

In der Adventszeit bin ich in einen „grün erleben“-Fachmarkt gegangen und dieser hatte meist dieselbe Ware wie im Baumarkt/Einzelhandel. Kleinere rote Weihnachtssterne hat er für 3 Euro das Stück angeboten. 2 Stück für 5 Euro. Diese waren aber unten herum sehr nackig mit vielen gelben Blättern, die auf das zu eng stehen zurückzuführen sind. Weiter Richtung Kasse hat er zwar eine neue Sorte angeboten und nochmal hochpreisige rote Sterne angeboten (die weiter auseinander standen und immerhin dadurch wesentlich besser aussahen), aber da hat schon einer 7 Euro gekostet wo dann selbst ich wohl eher zu den billigeren gegriffen hätte (Mit ein wenig suchen fand man auch den einen oder anderen akzeptablen).

Ebenfalls war ich noch in einem kleineren Floristladen wegen einer Zimmerpflanze (Der Laden ist bei mir gleich ums Eck, da bietet sich das an). Dieser hat damals auch nur rote (Ok, 2 pinke Weihnachtssterne hatte er noch) Weihnachtssterne die viel zu eng standen und deshalb unten rum gelb waren. Fand ich nicht so toll.

Und nun?

Andererseits muss man auch sagen, dass die überwiegende Mehrheit nur rote Weihnachtssterne kauft. Zwar habe ich ein paar pinke Weihnachtssterne verschenkt und die Beschenkten waren begeistert, aber das ist nur eine Minderheit. Trotzdem enttäuschend, wenn man nur rot sieht.

Ob es dann letztendlich Sinn macht, spezielle Sorten, spezielle Größen und eine gute Qualität anzubieten, wenn es kaum einer kauft? Soll man den Weihnachtsstern einfach zu einer Massenware verkommen lassen? Da tun sich wohl Produzenten, Ladeninhaber und viele andere schwer.

2 Kommentare zu “Der Weihnachtsstern als billige Massenware?

  1. Cool! Ich bin Dir sehr dankbar für Deine Bereicherung der Diskussion, weil ich aus Deiner Perspektive wieder ganz andere Dinge lernen kann als von den Nur-Mitkonsumenten.

    Persönlich glaube ich, dass einmal in diesem Konkurrenzkampf preislich ausreichend „degradierte“ Produkte leider nicht wieder auf die Füße kommen, also von den kleineren Unternehmen langfristig verloren gegeben werden müssen, weil die Preise dauerhaft kaputt sind und der Konsument sich daran gewöhnt hat (und auch an die dann herrschende Qualität). Außerdem auch daran, den Weihnachtsstern beim gewöhnlichen Einkauf im großen Laden gleich auch noch mitzunehmen und somit Wege zum Spezialisten einzusparen.

  2. Ja, dem Fachhandel bleibt dann eben nur, das anzubieten, was der normale Einzelhandel nicht anbieten kann. Aber das sind dann halt eher Nischen.

    Da fällt mir zum Beispiel das Thema Chrysanthemen ein, wo wir viele, viele Sorten und verschiedene Sorten und Größen anbieten, die man wirklich dann nur im Fachhandel kaufen und finden kann und das honorieren die Endkunden dann auch entsprechend, vorallem, weil man bei den Chrysanthemen den Unterschied wesentlich deutlicher sieht, als bei den Weihnachtssternen.

    Ansonsten freue ich mich ebenfalls, mal Meinungen und Erfahrungen von Endkunden zu hören. Ich selber hocke/sitze den ganzen Arbeitstag in der Gärtnerei, lese Fachzeitschriften und habe daher mit Nicht-Profis nur wenig Kontakt, daher fehlt mir da oftmals deren Perspektive.

    Dafür möchte ich wiederrum mi diesem Blog hier mal den ein oder anderen Einblick in den Gartenbau gewähren, den man als Endkunde eben nicht sieht.

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