Sind Bio-Zierpflanzen sinnvoll?

BIODiese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Beim Bio-Gemüse/-Obst steht das bei vielen außer Frage, dass es einen Nutzen bringt. Schließlich isst man das jeweilige Produkt. Aber wie sieht es bei einer Pflanze aus, die „nur“ schön aussehen soll?

Vor- und Nachteile von Bio-Zierpflanzen

Vielleicht sollte man erst einmal schauen, was genau eigentlich die Vorteile der Bio Zierpflanzen sind:

Vorteile

  • Regionalität
  • Keine Anwendung  von chemischen Pflanzenschutzmitteln
  • Keine synthetischen Dünger
  • Keine Herbizide
  • Keine Gentechnik
  • Kein Einsatz von Hemmstoffen für kompakte Pflanzen
  • umweltschonende Produktion

Was momentan neben Bio ein großer Trend ist, ist Regionalität. Man möchte Ware die im Umkreis von maximal 100 km oder besser fast direkt aus dem selben Landkreis kommt. Gärtnereien können via Großmarkt o. ä. ihre Ware sehr regional anbieten. Das hält die Transportwege kurz und man könnte theoretisch sich auch die jeweilige Gärtnerei mal anschauen. Die Gärtnereien versuchen das auch schon mit einem entsprechenden Label hervor zu heben.

Dass keine chemische Pflanzenschutzmittel, synthetische Dünger, Herbizide, Gentechnik und Hemmstoffe eingesetzt werden, ist für den Verbraucher doch auch dahingehend interessant, dass man beispielsweise keine Allergien gegen Mittel fürchten muss oder sich auch sicher sein kann, dass das umstrittene Herbizid Roundup (Wirkstoff: Glyphosat) nicht eingesetzt wurde. Auch dass man weiß, dass die Pflanze Gentechnikfrei ist, beruhigt in gewisser Weise, auch wenn man die Pflanze nicht isst. Zumal es ein Zeichen gegen Gentechnik ist.

Die umweltschonende Produktion wird eigentlich schon durch das Verzichten auf die oben genannten künstlichen Hilfsstoffe gewährleistet. Aber hinzu kommt noch, dass möglichst wasser- und energiesparend kultiviert wird.

Nachteile gibt es natürlich, wenn auch mir nicht sonderlich viele bekannt sind. Diese wiegen aber dafür umso mehr.

Nachteile

  • teurer
  • Zurzeit noch keine große Auswahl
  • Verwirrung mit vielen unterschiedlichen Labels

Einer der Nachteile ist der hohe Preis. Bio-Zierpflanzen sind in der Regel 10 bis 15 % teurer als herkömmliche Ware. Das ist zwar eigentlich nichts neues, denn letztlich ist der Produktionsaufwand ein gutes Stück aufwendiger, doch andererseits lässt sich dieser Mehrwert nur schwer vermitteln. Gerade eben, weil man die Pflanze nicht isst, muss man sich fragen: Wenn ich mir selbst damit nichts Gutes tue (Weil ich es nicht esse), warum dann für Bio-Zierpflanzen einen höheren Preis bezahlen?

Ein zusätzliches Problem ist noch, dass es keine allzu große Auswahl an Pflanzen und Sorten gibt. Das mag zwar auch an der kaum vorhandenen Nachfrage liegen, aber momentan bieten Saatgut- und Jungpflanzelieferanten kaum entsprechendes Material an. Dabei kommt hiers das berühmte „Selber-in-den-Schwanz-beißen-Problem“ zum Tragen. Durch die geringe Nachfrage gibt es wenig Auswahl und durch die wenige Auswahl wird weniger gekauft, was wiederum dazu führt, dass die Firmen es als wenig lohnenswert erachten.

Ein weiteres Problem ist noch, dass der Gartenbau überschwemmt ist an verschiedenen Labels und Zertifikaten. Beim Gemüse/Obst gibt es die vier großen Bio (EU-Bio), Naturland, Bioland und Demeter. Bei den Zierpflanzen gibt es nicht nur im Biobereich zahlreiche Namensschöpfungen (Global-GAP usw.), da viele Firmen ihr eigenes Süppchen kochen. Ein guter Versuch das Ganze zu vereinheitlichen ist dabei das Label „Bio-Zierpflanzen – Natürlich schön“. Zusammen mit dem EU-Bio-Siegel erkennt man auf einen Blick, dass es eine Bio-Zierpflanze ist und muss nicht erst überlegen, was dieses oder jenes Label wieder zu bedeuten hat.

Fazit

Bei Gemüse und Obst ist es durchaus sinnvoll, Bio zu kaufen. Isst man doch das jeweilige Gewächs und der Umweltschutzaspekt ist auch nicht verachten. Vor allem bei der Größe an Anbauflächen.

Bei den Zierpflanzen (Zu denen bei diesem Begriff auch Schnittblumen und Stauden dazu gehören) zählt „nur“ der Aspekt des Umweltschutzes. Wobei der Mensch mit den Pflanzen natürlich auch in Berührung kommt. Doch deswegen 10-15 % mehr bezahlen? Schwierige Situation.

Der Garten/Balkon kann an sich ja schon teuer genug sein und dann noch für diesen doch geringen Mehrwert mehr bezahlen? Setzt sich das durch? Vor allem kann man ja teils froh sein, dass gerade die jüngere Generation überhaupt noch im Fachhandel einkauft und nicht immer nur „das Zeug“ vom Discounter kauft.

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