Was ist urbanes Gärtnern?

Den Begriff Urban Gardening (urbanes Gärtnern auf deutsch) hat der ein oder andere sicher schon einmal gehört. Meist hört man davon, wenn in Großstädten Flächen mit Blumen bepflanzt werden, um die sich die Stadt sonst nicht gekümmert hat. Doch Urban Gardening ist noch viel mehr.

Was ist Urban Gardening?

Urbanes Gärtnern beschreibt eigentlich nichts anderes, als dass man Blumen und Pflanzen in einem Gebiet einer Stadt oder eines Ballungsraumes kultiviert. Das können dabei ganz vielfältige Möglichkeiten sein:

  • Gemeinschaftsgarten – Mehrere Menschen (meist zusammen in einem Verein) bewirtschaften gemeinsam ein Grundstück. Man baut Gemüse, Obst oder auch Blumen für den Eigenbedarf an.
  • Guerilla Gardening – Das oben erwähnte wilde gärtnern. Ohne Absprache mit Behörden werden Flächen mit Blumen bepflanzt. Solche Aktionen werden mittlerweile oftmals von den Behörden toleriert, sofern die Aktionen im Rahmen bleiben.
  • Kleingarten – Der Klassiker. Ein Gelände wird von einem Verein (welcher dem Bundeskleingartengesetz beachten muss) verwaltet und verpachtet Parzellen an seine Mitglieder
  • Dachgarten – Das kann eine große Dachterrasse oder eine begrünte Dachfläche sein.
  • Vertikale Gärten – Pflanzen die in speziellen Vorrichtungen an Wänden hängen. Von Gemüse über Blumen und Grünpflanzen ist dabei alles möglich.
  • Balkongarten – Egal wie groß, für etwas Grün hat es auf jedem Balkon Platz.

Urban Gardening hört sich dabei zwar als Begriff relativ neu an, ist aber eigentlich ein alter Hut: Schon im Mittelalter gab es Stadtgärten in denen Pflanzen angebaut wurden. Doch dadurch, dass immer Menschen in Städten wohnen und dabei diese Menschen ein immer stärker werdendes Bewusstsein für die Natur und die Umwelt haben, steigt auch das Interesse daran, verfügbare Fläche für Pflanzen zu verwenden.

Warum wollen immer mehr Menschen in der Stadt einen Garten haben?

Gerade eben hatte ich geschrieben, dass immer mehr Menschen in der Stadt wohnen und auch das Bewusstsein für die Natur und die Umwelt immer stärker wird. Das hat durchaus seinen Grund: Man merkt, dass die Menschheit zunehmend Probleme bekommt, weil sie gegen die Natur arbeitet, anstatt mit der Natur.

Gleichzeitig ist ist den Menschen in den Städten bewusst geworden, wie wichtig Grünes in der Stadt ist und dass man selber auch gar nicht mehr genau weiß, woher eigentlich, Obst, Gemüse und Blumen aus dem Supermarkt herkommen. Außerdem wird es ein zunehmendes Problem, die Städte mit Nahrung zu versorgen. Hinzu kommt auch noch die soziale Komponente: gerade bei Gemeinschaftsgärten macht es vielen Spaß, zusammenzuarbeiten, gemeinsam etwas zu schaffen und sich auch wieder das Wissen anzueignen, wie man Nahrung überhaupt produziert.

All das hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass das Thema Urban Gardening immer wichtiger wurde und wird.

Die Möglichkeiten werden immer mehr

Bisher gab es nur den eigenen Garten um das eigene Haus herum oder den Kleingarten. Doch sit das bei weitem nicht alles. Auf Balkon und Terrasse kann man mittlerweile fast alles anbauen, wofür man früher einen garten gebraucht hätte: Tomaten, Salat, Gurken, Kräuter, Zucchini, Bohnen, Kartoffeln; auch Obst wie Weintrauben, Äpfel, Birnen, Pflaumen, Gojibeeren sind kein Problem mehr. Es gibt die dafür passenden Sorten, die für solch einen Einsatz geeignet sind.

Auch technisch hat man sich die letzten jahre sehr viel einfallen lassen: Die verschiedensten Pflanzgefäße für jeden Zweck und vor allem auch für jede Größe: Hat man nur einen Minibalkon, gibt es Gefäße die man an die Wand hängen kann. hat man mehr Platz, kann man mit stufenförmigen Gestellen arbeiten.

Und hat man keine Lust auf Gemüse auf seinem Balkon oder traut man sich das nicht zu, gibt es in immer mehr Städten die Möglichkeit, eine Parzelle zu mieten, die einem erntefertig bereitet wird oder bei dem man fachkundig Hilfe bekommt. Oder man schließt sich einem Gemeinschaftsgarten an und lernt so, wie es funktioniert und lernt dabei noch nette Leute kennen.

Grün ist eben überall.

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