Essbares Sommer

Die Gojibeere im Portrait

Die Gojibeere ist momentan in aller Munde. Auch deshalb, weil es seit kurzem brauchbare Sorten und Pflanzen gibt. Zeit also, sich diese Beere mal genauer anzuschauen.

Was ist die Gojibeere überhaupt?

Die Gojibeere hat den botanischen Namen Lycium barbarum (Deutsch: gemeiner Bocksdorn) und gehört zur Familie der Nachtschattengewächsen (Solanaceae). Woher die Gojibeere genau kommt, kann man kaum feststellen, doch ist eine Herkunft von Asien bis nach Südosteuropa wahrscheinlich. Dabei gibt es die Gojibeere schon seit langer Zeit im Mittelmeerraum und auch bei uns wird sie schon seit längerem als Straßenbegleitgrün eingesetzt.

Wieso gibt es so eine Begeisterung um die Gojibeere momentan?

Wegen ihrer gesundheitlichen Eigenschaften. Sie hat zahlreiche Mineralstoffe, Vitamine und andere gesunde Nährstoffe, so dass sie manchmal als Wunderbeere bezeichnet wird. Sie soll das Risiko für Krebs, Infektionen und Herz- Kreislauferkrankungen sowie Schlaganfällen senken und sich daneben zur Behandlung von Bluthochdruck, Blutzucker und sogar Alzheimer eignen.

Dabei gibt es aber verschiedene Studien, die sich noch nicht ganz einig sind, ob die oben genannten Effekte wirklich vorhanden sind. Fakt ist aber, dass die Beere sehr gesund ist und eine gute Alternative zu unserem klassischem Obst wie Äpfeln und Bananen ist.

Zum Teil taucht noch das Gerücht auf, dass die Pflanze und die Beeren giftig sei. Das hat man bisher nicht nachweisen können.

Was zu dem Hype auch beiträgt, ist die Anspruchslosigkeit der Pflanze. Sie ist winterhart und unempfindlich gegenüber Trockenheit und starker Hitze. Auch kommt sie mit zahlreichen Böden und anderen Bedingungen zurecht. Außerdem gibt es seit 2013 einige speziell gezüchtete Sorten, die sich für den Erwerbsgartenbau als auch für den Hobbygärtner daheim sehr gut zum Anbau eignen.

Die Gojibeere im eigenen Garten

Die Gojibeere kann man entweder im eigenen Garten pflanzen oder in ein großes Gefäß auf Terrasse oder Balkon. Wichtig ist die Wahl der Sorte. Denn ja nach Sorte variieren Wuchs und vor allem  dem Geschmack:

  • Bekannte, empfehlenswerte Sorten sind „No. 1 Lifeberry“ und „Turgidus“. Beide schmecken sehr süß und mild und eignen sich prima zum Rohverzehr oder man verarbeitet sie zu Marmelade, Tee oder Saft. Auch in Brot, Müsli und Salaten machen sich die Früchte gut.
  • Sorten wie „Big and Sweet“ oder „Sweet Lifeberry“ sind nicht süß, sondern meist eher leicht scharf und eignen sich eher zur reinen Weiterverarbeitung.

Hat man sich für eine Sorte entschieden, kann man sich Gedanken machen, wohin man die Pflanze setzen möchte. Eins vorweg: Die Gojibeere ist sehr anspruchslos.  Sie kommt mit den meisten Böden zurecht. Nur Staunässe mag sie überhaupt nicht. Daher sollte man darauf achten, dass der Boden oder das Substrat eine lockere Struktur aufweist.

Wird die Gojibeere in ein Gefäß gepflanzt, sollte man auf eine ausreichende Größe achten. Die Gojibeere wird in Gefäßen etwa 2 Meter hoch, im Garten auch 3 bis 4 Meter. Daher sollte man bei der Größe des Gefäßes nicht zu geizig sein. Gerade wenn man sie auf dem Balkon haben möchte, ist ausreichendes Gießen sehr wichtig.

Im Garten gepflanzt, erinnert die Pflege an die Herbsthimbeeren. Die Triebe hängt man an ein Drahtgeflecht. Im Spätsommer schneidet man die Triebe auf zwei Meter Höhe zurück. Am Ende des Winters schneidet man alle Triebe ab, belässt aber 3 oder 4 Triebe kniehoch. Dort entwickeln sich Neutriebe, die blühen und ab August erntereife Früchte haben.

GojibeereHat man die Gojibeere in einem Gefäß, behält man nur drei Triebe, die man an einem Gerüst hochranken lässt. Diese drei Triebe lässt man über mehrere Jahre hinweg stehen und schneidet im Frühjahr vor dem Austrieb die Seitentriebe ab. Wenn die Pflanze im Sommer unförmig wird, kann man die Seitentriebe kürzen. Das Abschneiden der Seitentriebe vor dem Austreiben ist wichtig, da nur an neuen Trieben Blüten und damit Früchte gebildet werden.

Wichtig ist noch, dass vor allem die leicht scharf schmeckenden knallroten Sorten Ausläufer bilden. Eine Wurzelschutzbarriere ist bei bei solchen Sorten also unbedingt notwendig. Auch die oben genannten Schnittpflege sollte man unbedingt machen, da sonst die Ernte nachlässt.

Was das Problem mit Krankheiten angeht, sind auch hier die orangefarbenen, süßen Sorten im Vorteil: Diese werden kaum von Pilzen oder Schädlingen befallen. Währenddessen die roten Sorten gerne echten Mehltau und Gallmilben bekommen. Gegen beides bietet sich eine Behandlung mit Schwefel an.

2 Kommentare zu “Die Gojibeere im Portrait

  1. Ich überlege gerade auch, ob ich mir für die Gojibeere entscheiden soll. Bin aber noch hin und her gerissen.

    Gruß
    Tina

    • René Zintl

      Die Pflege ist sehr einfach. Aber man sollte die Gojibeere einfach vorher probieren, ob sie einem überhaupt schmeckt. Ich finde sie vom Geschmack her sehr unspektakulär, daher würde ich sie wahrscheinlich nicht mehr kaufen. Aber wie gesagt, vorher einfach mal probieren. Wichtig ist aber, auch die Sorte zu probieren, die man sich als Pflanze kaufen möchte. Die Sorten schmecken teils recht unterschiedlich.

      PS: Den Link im Abschiedsabsatz habe ich entfernt. Regulär im Formular eingetragen, stören mich die Links nicht. Ansonsten im Kommentar selber, sollte er themenrelevant sein. 🙂

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