Essbares

Neue und alte Obstsorten

Ich habe in meiner Verwandtschaft einen Onkel, der auf einem Bauernhof aufgewachsen ist und dementsprechend viel über Obst-, Gemüse- und Getreidesorten weiß. Dabei wohnt er in einer Gegend, in der es einen sehr leckeren Apfelsaft gibt und er selbst auch diverse Apfelbäume hat.

Ich rede mit ihm ab und zu über Sorten, was es damit auf sich hat und was besser ist: Alte oder neue Sorten? Und was man beachten sollte, wenn man selber einen Obstbaum im Garten haben möchte. Hinweis: Im Folgenden rede ich über Apfelsorten. Man kann es aber auf generell jede Obstsorte beziehen.

Seit wann gibt es Obstsorten?

Schwierig zu sagen. Denn das Problem ist, dass es für die meisten Sorten keine genauen Aufzeichnungen gibt. Viele Sorten gibt es seit dem Mittelalter, wurden aber schriftlich erst vor wenigen hundert Jahren erwähnt. Auch hatte man in verschiedenen Gebieten verschiedene Name für die Sorten, was eine weitere Unterscheidung schwierig macht. So kann man als Beispiel den „Gravensteiner“ nehmen, eine Sorte aus dem Norden Deutschlands. Im Süden dagegen hat sie den Namen „Sommerkönig“.

Wann ist eine Sorte alt?

In Fachbüchern orientiert man sich am Jahr 1950 (Haben sich die Botaniker darauf geeinigt). Alles davor ist eine alte Sorte und alles danach eine neue Sorte. Dabei ist das etwas verwirrend, weil beispielsweise die bekannte Sorte „Elstar“ aus dem Jahre 1955 ist und aus heutiger Sicht eigentlich eine alte Sorte ist.

Ist eine alte Sorte besser als eine neue?

Generell gesagt, ist eine neue Sorte in der Regel resistenter gegen Viren, Pilze und anderen Krankheiten und Umwelteinflüsse. Andererseits muss man sagen, dass auch alte Sorten mittlerweile dahingehend gezüchtet wurden, entsprechend robust zu sein. Dabei kann man das in den Baumschulen an einem orangefarbenen Etikett sehen, das garantiert, dass man einen zertifizierten Baum bekommt, der den Anforderungen entsprechend genügt und auch sortenecht ist.

Empfehlenswerte Webseiten zum Thema Obstsorten:

Welche Sorte sollte man denn jetzt nehmen?

Das kommt wie immer darauf an, was man vor hat. Ist es nur ein Baum? Dann sollte man schauen, wann man ernten möchte. Wenn man zwei Bäume pflanzen will, sollte man jeweils Sorten nehmen, die zu unterschiedlichen Zeiten reif werden.

Daher bietet es sich an, sich schon im Vorfeld über die zahlreichen Sorten zu informieren und was man auch genau vorhat. Wenn man es sich dann zutraut, kann man selber bestellen oder kaufen und sonst findet man in den Baumschulen eine gute Beratung und in der Regel auch ein gutes Angebot.

Apropos gutes Angebot: Was schwierig zu bekommen ist, sind Regionalsorten. In den Baumschulen findet man diese kaum, da solche Sorten nur innerhalb von Familien oder anderen Verhältnissen weitergegeben wurden. Man hat aber die Möglichkeit – dass wenn es noch einen lebenden Baum mit der gewünschte Sorte gibt – diesen veredeln zu lassen. Das sollte man aber wegen der Schwierigkeit dem Profi überlassen und selbst dann kann es schiefgehen.Und ganz billig ist es auch nicht, da es ziemlich aufwändig ist. Daher am besten bei einer Baumschule nachfragen, sofern man das probieren möchte.

Was man sich dabei auch noch überlegen sollte, ist das Thema Pflanzenschutz und Pflege der Bäume: Ein Obstbaum pflegt sich nicht von allein und wenn man eine Sorte wählt, die etwas anfällig ist, kann auch eine Behandlung mit Pflanzenschutz notwendig sein. Beides sollte man bei der Sortenwahl beachten. Denn weder die Behandlung von Krankheiten oder Schädlingen ist einfach, noch das Schneiden eines Baumes.

Es ist kein Hexenwerk

Schwierig ist es nicht, sich einen Obstbaum in den Garten zu setzen. Selbst für den Balkon gibt es mittlerweile passendes Säulenobst. Wer sich vorab informiert und sich über seine Ansprüche bewusst wird und seine Sorte entsprechend auswählt, dürfte mit seinem Obstbaum seine Freude haben. Zumal es einfach was tolles ist, sein eigenes Obst zu ernten. Seien es Äpfel, Birnen oder anderes. Ich erinnere mich da an einen Mirabellenbaum in meiner Kindheit.

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