Essbares Frühling Sommer

Wohin mit den Kräutern?

Die meisten denken bei Kräutern an kleine Topfkräuter im Supermarkt, die man dann in die Küche stellt und dann aberntet. Mit viel Glück kommt die Pflanze dann noch ins Freie oder manchmal überstürzen sich die Ereignisse und es wird sogar ein Balkonkasten damit bepflanzt.

Dass das nicht alles ist, dürfte jedem klar sein. Zum einen kann man auf dem Balkon nahezu alles an Kräutern anbauen, was man mag und es sieht noch dazu gut aus und wer einen eigenen Garten hat, hat die Qual der Wahl: Mischpflanzung mit Kräutern, Stauden, Gemüse, ein eigenes Kräuterbeet oder sogar eine Kräuterspirale?

Auf dem Balkon

Warum denn immer einen Balkonkasten mit Blumen bepflanzen? Warum nicht mal mit Kräutern? Eben, einen Grund gibt es nicht, außer, man möchte keine Kräuter auf dem Balkon. Aber sonst? Die meisten Kräuter fühlen sich in Gefäßen pudelwohl. Zumal sie dort auch vor Schnecken und Co sicherer sind, als in einem Beet im Garten.

Welche Art man von Gefäßen verwendet, spielt keine große Rolle, allein der eigene Geschmack ist da wichtig. Man hat zwar bei Tongefäßen den Vorteil, dass Wasser auch abgeben können. Wenn man also zuviel gegossen hat, verdunstet ein Teil davon über den Tontopf. Dafür sind Gefäße aus Ton teilweise nicht frostsicher und haben ein höheres Gewicht, sehen dafür aber natürlicher aus, als Gefäße aus Kunststoff. Gefäße aus Kunststoff dagegen sind schön leicht, frostsicher und es gibt sie auch mit einem Wasserreservoir. Es ist dann letztlich jedem selber überlassen, welche Vor- und Nachteile wichtiger sind.

Wer einen größeren Balkon oder Terrasse hat, kann auch große Gefäße mit Kräutern bepflanzen oder sogar ein Hochbeet anlegen. Auch aus Holz lässt sich das ein oder andere zimmern, wenn man gerne mit Holz arbeitet.

Wichtig ist dann beim Bepflanzen: Genügend Abstand zwischen den Kräutern zu lassen. Eine Faustregel gibt es nicht. Manche Kräuter wie das Strauchbasilikum gehen mehr in die Höhe, Petersilie wuchert dagegen in alle Richtungen. Auf jeden Fall lieber etwas mehr Platz lassen, die Kräuter schließen entweder die Lücken oder man pflanzt etwas nach.

Auch wichtig sind die gemeinsamen Anforderungen der Pflanzen was Sonne, Wasser und andere Bedingungen angeht. So vertragen sich ein Basilikum, das man viel gießen muss nicht mit einem Thymian, der es lieber trocken mag. Daher sollte man sich vorab informieren, welche Kräuter man möchte und welche Vorlieben diese jeweils haben.

Die meisten Kräuter sind mehrjährig, man kann sie also überwintern! Auch daran sollte man denken, ob man die Pflanzen rechtzeitig im Spätsommer in eigene Gefäße umtopft oder man sie auf den Kompost wirft. Auch die Pflege spielt eine Rolle. Thymian oder Lavendel zum beispiel muss man mehrmals im Jahr zurechtschneiden, damt sie in Form bleiben und frisch austreiben.

Kräuter im Garten

Was auf dem Balkon oder der Terrasse geht, funktioniert im Garten erst Recht. Wer Gemüse in seinem Garten hat, der findet sicher auch ein Plätzchen für Kräuter. Dafür kann man viel oder wenig Platz aufwenden, je nachdem, was man zur Verfügung hat.

Man hat dann die Möglichkeit, ein eigenes Kräuterbeet anzulegen. Das funktioniert dann ähnlich wie auf dem Balkon: Auch hier gruppiert man Kräuter mit ähnliche Ansprüchen zusammen. Wer es gemischt mag, kann Kräuter auch mit Blumen vermischen. Manche Kräuter wie der Thymian bilden Polster, die man prima in eine Trockenmauer oder zwischen Steinen im Beet pflanzen kann.

Von was viele fasziniert sind, ist die Kräuterspirale. Über das Thema gibt es ganze Bücher, daher hier mal übersichtlich dargestellt. Denn der Vorteil einer Kräuterspirale ist der, dass man dort alle Bedürfnisse der Pflanzen berücksichtigen kann.

kräuterspiraleDenn mit einer Kräuterspirale hat man die Möglichkeit, unterschiedlichen Erden einzufüllen. Durchlässige, magere Erde bietet einen Platz für mediterrane Kräuter wie Salbei, Thymian oder Lavendel. An einem anderen Platz in der Spirale hat es feuchtere, humosere Erde: Hier kommen Rucola, Basilikum oder Schnittlauch hin.

Nachteil einer solchen Kräuterspirale ist der Aufwand. Zum einen die Planung, damit die Erden gut verteilt sind und zum anderen der Platzbedarf und der Bau der Spirale. Auch braucht man ein gewisses handwerkliches Geschick, die Steine entsprechend stabil zu stapeln.

Wobei es fertige Modelle schon zu kaufen gibt. Bei diesen fertigen Kräuterspiralen füllt man nur kleine Steine in das Gitter und füllt anschließend die Spirale mit den jeweiligen Erden.

Wohin noch?

Wer keine Kräuterspirale machen will, kann eine eventuell bestehende Trockenmauer nutzen und dort Thymian oder Tripmadam einpflanzen. Auch gedeihen viele Kräuter in vertikalen Gärten oder in Einzelgefäßen. Man muss dann nur darauf achten, dass wenn die Kräuter zu groß werden, man sie entsprechend verkleinert oder neu einsetzt, da sonst aufgrund des fehlenden Platzes kein Wachstum mehr stattfindet.

Was ich auch nochmal betonen möchte: Die Kräuter sollten so zusammen in beste oder Gefäße gepflanzt werden, dass sie ähnliche Ansprüche an das Gießen und an den Standort generell stellen. Denn der meiste Fehler bei Kräutern liegt am Gießen. Daher auch bitte immer von unten Gießen und nicht von oben, da viele Kräuter zudem auch noch gerne Fäulnis bekommen.

0 Kommentare zu “Wohin mit den Kräutern?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.