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Zwischenbericht Blumenwichteln

Ich hatte schon geschrieben, dass ich beim Blumenwichteln der Julia von funkelfaden.de mitmache. Vor rund anderthalb Wochen habe ich die Samen bekommen und ausgesät.

Ich habe 3 Päckchen von jemanden bekommen (Der darf sich gerne bei mir melden! Ich habe nämlich den Namen auf dem Umschlag nicht entziffern können) und war darüber auch etwas überrascht. Denn ich habe nur ein Samenpäckchen an die Uta Hanson geschickt und habe mir fest vorgenommen, nächstes Jahr auch mehr Samen zu verschicken. Wenn ich drei bekomme, kann ich ja nicht eins verschicken. Das ist mir fast ein wenig peinlich…

Den Samen den ich bekommen habe, kenne ich natürlich nicht, da kein Name darauf steht. Der eine treibt mittlerweile schon fleißig aus, den muss ich laut Anleitung bald umsetzen, da er sonst umfällt. Und irgendwie sollte ich ihn auch kälter stellen, da habe ich aber in meiner kleinen Wohnung kaum Möglichkeiten.

Bei dem zweiten Päckchen steht ja dran, dass man es (so verstehe ich es zumindest) auch jetzt schon nach draußen stellen kann, es aber dann je nach Temperatur natürlich eine Weile dauern kann. Es muss nur in der Sonne stehen und feucht gehalten werden. Da es verschiedene Samen sind, wird es eine Mischung sein. Der eine Samen könnte eine Sonnenblume sein.

Und das andere Päckchen muss ich erst Ende April aussäen. Sieht aus wie Kürbiskerne. Aber ist nur eine Vermutung.

Was sind eigentlich Dunkelkeimer?

Der eine Samen ist ein Dunkelkeimer, doch was ist da eigentlich der Unterschied?

Es gibt bei Aussaaten mehrere Arten. So gibt es Lichtkeimer die man nicht mit Erde bedecken darf und es gibt Dunkelkeimer, die man etwa 1 cm mit Erde bedecken muss, damit sie austreiben. Und es gibt noch Frostkeimer, die nicht wie der Name verlauten lässt Frost brauchen, aber zumindest Temperaturen um die 5 Grad, damit sie keimen. Dabei stellt man sie aber nur ein paar Wochen in die Kälte und stellt sie dann wie die anderen Aussaaten auch in die Wärme. Denn die Kälte bricht nur die Keimpause, die die Samen mit Wärme nicht unterbrechen würden.

Ich habe die generative Vermehrung in einem größeren Artikel schon einmal ausführlich beschrieben.

Was halte ich von der Aktion?

Die Aktion finde ich richtig gut, denn man hat so Samen, den man so nie kaufen würde. Und ich selber mag das Aussäen eigentlich nicht, weil es Arbeit bedeutet (haha). Ich habe zuletzt in meiner Lehre ausgesät und da dafür einiges: Viele verschiedene Gemüse- und Schnittblumensorten. Ich weiß also durchaus wie es geht, aber mir ist der Aufwand in der Regel zu hoch, ich kaufe lieber fertige Pflanzen.

Warum säe ich als Gärtner nicht mehr aus, wird sich mancher fragen. Ganz einfach: Weil es nicht mehr wirtschaftlich ist. Der Gartenbau industralisiert sich immer mehr. Es gibt Firmen die sich sich auf die Vermehrung von Pflanzen spezialisiert haben. Die normalen Gärtnereien kaufen dann diese Jungpflanzen und kultivieren sie bis sie verkaufsfertig sind. Die Jungpflanzenfirmen können diese Jungpflanzen in ausreichender und vor allem auch gleichbleibender Qualität und Menge bieten. Zudem züchten sie selber und beraten die Gärtnereien bei der Kultivierung. Das alles kann der Gärtner nicht mehr selber schaffen, er ist vollends damit beschäftigt, die Pflanze wirtschaftlich profitabel über mehrere Monate zu produzieren, was auch dank Preisdruck und anderer Probleme schon schwierig genug ist.

Man lernt es aber in der Ausbildung natürlich umfassend. So wie man in der Schule auch viele Sachen lernt, die man später im Beruf nicht mehr braucht, man aber trotzdem gelernt hat. Und es eigentlich Sinn macht, auch Sachen zu lernen, die man auf den ersten Block nicht braucht. Denn beim Beispiel Gärtner gehört die Aussaat nun mal dazu, da man dann die Zusammenhänge versteht, wie eine Pflanze entsteht, wie gezüchtet wird und vieles mehr.

Doch bei diesem Blumenwichteln mache ich natürlich eine Ausnahme, was meine Aussaatfaulheit angeht. Zum einen weil es andererseits auch mal wieder Spaß macht, etwas wachsen und keimen zu sehen und andererseits: Ob man es überhaupt noch kann. Denn man kann durch entsprechende Stutzmaßnahmen (die viele nicht machen oder nicht können) schöne, kompakte Pflanze heranziehen, ob ich das hinbekomme?

Falls es jemanden übrigens aufgefallen ist: Ich habe keine Aussaaterde verwendet. Das geht durchaus und für die paar Aussaaten auch überhaupt kein Problem. Nur für manche Keimlinge, die empfindliche Wurzeln haben oder zur Fäulnis neigen, kann eine spezielle Aussaaterde durchaus von Vorteil sein. Dadurch dass so eine Aussaaterde durchlässiger ist und weniger Nährstoffe hat, fördert sie das Wurzelwachstum und verbessert auch das Abfließen von Wasser, was die Fäulnis zumindest erschwert. Das ist also keine Erfindung der Substratindustrie.

Wie gesagt, die eine Aussaat ist schon soweit, dass ich sie umtopfen muss. Ich schreibe dazu wieder einen kleinen Artikel, wenn es soweit ist. So warm, wie es diese Woche wird, werden die Keimlinge förmlich in die Höhe sprießen.

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