Frühjahrsmessen Stuttgart – Garten/Outdoor/Ambiente

Vor einigen Wochen las ich die Anzeige, dass in Stuttgart die Frühjahrsmessen diese Wochen stattfinden. Ich war als kleines Kind ein paar Mal dort und hatte es als reine Verkaufsmesse im Hirn abgespeichert. Deswegen bin ich die letzten Jahre auch nicht hin.

Jetzt dieses Jahr dachte ich, ich sollte einfach mal den Versuch wagen, zumal ein paar andere Messen auch mit dabei sind. Ob es dieses Mal besser ist?

Die Frühjahrsmessen in der Stuttgarter Messe finden jedes Jahr statt. Dabei ist die Frühjahrsmesse in folgende Bereiche unterteilt:

  • SlowFood
  • Garten
  • Fair Handeln
  • Kreativ
  • Auto, Motor und Sport
  • Yogaworld
  • Mineralien, Fossilien, Schmuck
  • Haus, Holz und Energie

Das sieht jetzt nach viel aus, ist es aber nicht. Jeder Bereich füllt eine Halle. Bis auf die Fair Handeln und die Kreativ, die teilen sich eine. Und die Yogaworld ist so entspannend, dass sie im Eingangsbereich stattfindet und den Hostessen an den Kassen auf die Nerven geht. Ich dachte immer, Entspannung passiert leise?

Auch sonst war die Messe so wie ich sie in Erinnerung hatte: Man soll kaufen. Ich weiß nicht, vielleicht habe ich eine falsche Vorstellung von Messen. Mir ist klar, dass man dort seine Produkte vorstellt, aber wenn man sich beispielsweise die Halle mit „Mineralien, Fossilien und Schmuck“ anschaut, kommt man sich eher vor wie auf einem Basar.

Ganz anders war die „Auto, Motor und Sport“, die als Thema i-Mobility hatte und daher Elektroautos und die Zukunft des Verkehrs gezeigt hat. Man konnte Elektroautos und Fahrräder testen und sich informieren. Das verbinde ich dann schon eher wie eine Messe. Zumal ich finde, dass Pedelecs und E-Bikes sowieso eine tolle Sache sind, wenn sie nur nicht so teuer wären…

Die SlowFood war von allen Messen am Besten besucht. Woran das wohl liegen mag? Wohl daran, dass es einfach nur Essen, Essen, Essen und viel Alkohol zu probieren und zu kaufen gab.

Was ist jetzt mit der Garten/Outdoor/Ambiente?

Da war ich natürlich auch. Das war ja der Grund, warum auf die Frühjahrsmessen bin. Die Gartenmesse war auch nicht so ganz auf das Verkaufen ausgelegt, ähnlich wie die „Auto, Motor und Sport“. Zwar gab es auch dort Stände, um Kräuter, Zimmerpflanzen, Möbel und Co zu kaufen, dennoch gab es auch ein paar Beispielgärten zu sehen und ein paar Firmen aus der Region haben sich auch präsentiert.

Wobei mir auch hier wieder etwas negativ aufgefallen ist: Die Beispielgärten und die Möbel werden sich die meisten nicht kaufen oder bauen lassen. Warum? Weil sie das Geld nicht haben. Wenn ein Tisch samt 4 Stühle 2000 Euro kostet, ist das ein sehr eingeschränkter Käuferkreis und auch die Beispielgärten sind dann so teuer, dass auch hier der Geldbeutel prall gefüllt sein muss.

Daher finde ich es etwas schade, dass man nicht mehr auf das Urban Gardening eingegangen ist und generell nicht mehr Käuferschichten angesprochen hat. Das Potenzial ist da, man muss die Leute nur etwas an die Hand nehmen und zeigen, dass man auch mit weniger Geld einiges erreichen kann.

Außerdem bin auch vom Verband der Garten- und Landschaftsgärtner sowie den anderen Verbänden des Gartenbaus enttäuscht. Zwar war der Verband der Garten- und Landschaftsbauer immerhin vor Ort, aber wirklich informiert hat man über seine Sparte nicht. Wobei immerhin zwei Azubis Sonntagnachmittag ein bisschen ihre Arbeit vorgestellt haben. Was an den anderen Messetagen war, weiß ich nicht.

Insgesamt für den Gartenbau muss man sagen: Eine Branche, die dermaßen Probleme hat, ihre Produkte zu einem angemessenen Preis zu verkaufen, die immer weniger Endkunden erreicht, die starke Nachwuchsprobleme hat und dann sich an einem Platz, wo sie sich mal präsentieren könnte kaum blicken lässt, finde ich schon arm. Immerhin gab es ein Forum an diesem mehrmals pro Tag zu bestimmten Themen Vorträge gab. Beispielsweise wie man mittels Feng-Shui einen Garten anlegt.

Wie gesagt, zwar hatte der Verband der Garen- und Landschaftsbauer einen großen Stand, aber die Information war eher mau. Wobei der Garten- und Landschaftsbau als eine der Sparten im Gartenbau immer noch am Besten da steht. Da könnte man glatt meinen, er könne sich einen wenig aussagekräftigen Stand leisten.

Man könnte jetzt glatt meinen, es war alles schlecht auf der Messe. Ich bin von dem Konzept, einfach nur verkaufen zu wollen auch nicht überzeugt, aber ich denke, das Konzept der Messe ist leider auch einfach nur verkaufen. Klar kann man sich teilweise auch informieren, aber gerade im Gartenbereich war das kaum zu finden und ob es sich lohnt, auf einer Messe nur die oberen 10 % anzusprechen, bezweifle ich schon sehr stark.

Fazit

Das klang jetzt alles nicht so wirklich positiv, gerade was die Gartenmesse anbelangt und ich bin von der Gartenmesse auch wirklich nicht überzeugt. Gerade die Automesse hat mir noch am Besten gefallen, weil diese rein informiert hat und nicht einfach stur verkaufen wollte. Der Rest der Messe empfinde ich eher als großen Basar. Wer also in den verschiedenen Bereichen kaufen will, ist da genau richtig, für alle anderen hingegen, die sich gerade im Gartenbereich mehr informieren und Anregungen holen wollten, finden hier leider nicht das Passende.

Nur dummerweise gibt es kaum Alternativen dazu. Zumindest was Messen angeht. Die IPM ist eine Fachmesse die für normales Publikum nicht geöffnet ist. Und sonst bleiben nur ein paar allgemeinere Messen die aber Pflanzen nur am Rande thematisieren. Schade. Was man da noch eher besuchen sollte, sind Gartenschauen, wie die Landesgartenschau Schwäbisch Gmünd, die ich letztes Jahr besucht habe.

Dieses Jahr geht es zur Landesgartenschau nach Landau und auf die Gartenschau Mühlacker.

Der Eintrittspreis für alle „Messen“ beträgt 13 Euro. Mehr Infos auf der entsprechenden Webseite der Messe Stuttgart.

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