Glyphosat – NGO verlangt Offenlegung von Studie

Ich bin heute in meinem Feedreader über einen Artikel zu dem Thema Glyphosat gestoßen. Darin fordert die Organisation „Lobbycontrol“ die EU-Kommission dazu auf, einen Bericht zu veröffentlichen der darlegt, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu dem Schluss kommt, dass Glyphosat nicht krebserregend sei.

Dazu muss man wissen, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Frühjahr diesen Jahres zu dem Schluss gekommen ist, dass Glyphosat wahrscheinlich krebserregend ist. Der ein oder andere wird jetzt fragen: „Wieso wahrscheinlich?“.

Das ist eine gute Frage und die gesamte Situation etwas verworren. Wie kommt die WHO zu dem Schluss, dass Glyphosat wahrscheinlich krebserregend ist, das BfR aber nicht? Wer das Thema in den Medien verfolgt hat, dem dürfte aufgefallen sein, dass gerade bei der Studie des BfR viele Widersprüchlichkeiten aufgetreten sind und man deshalb jetzt die Offenlegung der Studie verlangt.

Bei Lobbycontrol haben knapp 7000 Menschen bisher unterschrieben, dass sie ebenfalls diese Offenlegung möchten. Was durchaus unterstützendswert ist, da diese Studie des BfR bisher nur Firmen wie Monsanto (Welche Glyphosat herstellt) einsehen durften und sonst niemand. Und es wäre doch durchaus interessant zu erfahren, wie das BfR dazu kommt, dass Glyphosat nicht krebserregend ist.

Was meine ich dazu?

Ich habe zu diesem Thema schon diverse Artikel geschrieben und bleibe bei meiner Meinung, dass man dieses Thema durchaus kritisch anschauen und vor allem genau untersuchen muss. Man andererseits aber auch nicht den Wirkstoff Glyphosat  nicht verteufeln darf, ehe dass eine seriöse Studie zu einem genauen Ergebnis kommt. Dazu sollte aber diese Studie offen, transparent und neutral erstellt worden sein.

Was ist Glyphosat eigentlich? Wie gefährlich ist der Wirkstoff für die Umwelt und welche Alternativen gibt es? All diese Informationen habe ich in einem älteren Artikel schon einmal zusammengefasst.

Ein Wissenschaftler im Interview

So ähnlich sieht es auch ein Wissenschaftler, der beim Deutschlandfunk zu diesem Thema interviewt wurde. Genauer gesagt Professor Holger Deising, Präsident der deutschen Pflanzenschutz-Gesellschaft. Auch er pocht darauf, dass man eine verlässliche Studie zu diesem Thema erstellt. Ohne solch eine Studie kommt man bei diesem Thema nicht weiter, da man nicht weiß, wie man das Risiko bei diesem Wirkstoff nun einschätzen muss oder nicht.

Außerdem beleuchtet er noch kurz ein paar weitere Aspekte bei diesem Thema, die man ebenfalls gerne vergisst. So zum Beispiel wie die Landwirtschaft ohne diesen Wirkstoff auskommen soll (Was ein weiteres, zusätzliches Thema für eine Diskussion wäre, ob Bauern ohne chemischen Pflanzenschutz auskommen können oder nicht).

Daher hoffe ich, dass man diese Offenlegung der Studie des BfR erreicht und man etwas Licht ins Dunkle dieser verworrenen Geschichte bringt.

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