Drinnen

Was ist Hydrokultur? Und ist sie etwas für Zuhause?

Ich bin Jahrgang 1986. Wenn ich an Hydrokultur denke, dann denke ich an die 80er oder 90er Jahre. An runde Gefäße mit Tonkügelchen und einem Ficus benjamini drin. Ich kannte außer Firmen auch niemanden, der sowas hatte. Ich denke da eher an Banken, als man sich noch am Schalter angestellt hatte, um dort etwas zu erledigen. Aber die Zeiten sind lange vorbei, die Hydrokultur gibt es aber aus guten Gründen immer noch.

Ich bin erst so richtig mit Hydrokultur in Berührung gekommen, als ich in meiner Ausbildung damit zu tun hatte. Ich habe in einer Krankenhausgärtnerei meine Ausbildung gemacht und wir betreuten 4 Kliniken. Dazu gehört auch die Innenraumbegrünung, die in Kliniken ausschließlich mit Hydrokultur erfolgen darf, da man mit der Hydrokultur keine Probleme mit der Hygiene hat und durch die fehlende Erde ist es gut für Allergiker geeignet. Außerdem ist der Pflegeaufwand niedriger als bei Pflanzen mit Erde.

Nach meiner Ausbildung kam ich in einen Betrieb, der Beet- und Balkonpflanzen produziert und mit Hydrokultur gar nichts zu tun hatte. Doch jetzt werde ich in einem Unternehmen arbeiten, das deutschlandweit sich um die Innenbegrünung in Firmen kümmert.

Und Innenbegrünung in Firmen bedeutet eben: Hydrokultur. Da das Thema auch für zuhause sehr interessant ist, werde ich mich in nächster Zeit öfters damit beschäftigen. Selbst Ikea bietet mittlerweile Hydrokultur an, dazu aber in einem späteren Artikel mehr. 😉

Was ist eigentlich die Hydrokultur?

Die Hydrokultur ist nichts anderes, als Pflanzen ohne Erde. Die Pflanzen wachsen ausschließlich im Blähton. Das sind diese Kügelchen, die dadurch entstehen, dass der Ton bei 1200 Grad gebrannt wird und sich dabei aufbläht.

Blähton speichert kein Wasser und keine Nährstoffe. In seinem Innern sind nur Luft und Ton. Auch die Pflanzen wachsen von Anfang an im Blähton. Man kann zwar Erdpflanzen in Hydrokultur umtopfen, ist aber meistens nicht praktikabel, da die Pflanzen eine lange Umgewöhnungszeit brauchen und der Erfolg nicht garantiert ist.

Das Gießen funktioniert dadurch, dass in jedem Gefäß mit Hydrokulturpflanzen ein Wasserstandsanzeiger ist, der anzeigt, wieviel Wasser im Gefäß ist. Dadurch weiß man auch, wann und wieviel man wieder auffüllen muss: Steht der Anzeiger auf Minimum, kann man noch wenige Tage warten, sollte dann aber wieder bis Optimum füllen und kann dann wieder warten, bis das Wasser aufgebraucht ist. Die Anzeige Maximal benutzt man eigentlich nur, wenn man im Urlaub ist und sich keiner längere Zeit um das Gießen kümmern kann.

Die Düngung erfolgt dabei über einen Langzeitdünger, der ein wenig aussieht wie Suppenpulver oder man düngt über einen Flüssigdünger.

Ist Hydrokultur was für zuhause?

Klar! Kommt aber darauf an, was man haben möchte. Denn: Nicht jede Pflanze gibt es mit Hydrokultur. Meistens sind es Grünpflanzen und nur wenige Blühpflanzen. Das Sortiment besteht fast nur aus pflegeleichten Pflanzen, die wenig Ansprüche haben.

Aber genau das finde ich das Praktische: Wer es sich so einfach wie möglich machen will, findet in der Hydrokultur eine gute Möglichkeit dafür. Wenn man denn mit der Auswahl an Pflanzen zufrieden ist.

Auch ist die Hydrokultur etwas teurer als die Erdkultur. Die Pflanze hier im Artikel hat 10 Euro gekostet, der Topf 5 Euro, der Wasserstandsanzeiger 2 Euro und der Langzeitdünger 14 Euro (Hält dafür aber auch sehr lange und die Menge reicht viele Monate/Jahre).

Die Kosten halten sich also in Grenzen und auch zum ausprobieren taugt das daher ganz gut. Hydrokultur gibt es dabei in jedem Gartencenter, wenn auch meistens nicht prominent platziert.

Ich habe jetzt mit diesem Paket zum ersten Mal privat Hydrokultur zuhause und werde berichten, wie meine Erfahrungen damit sind. Wer Fragen hat, darf mir gerne eine Mail schicken, ein Kommentar schreiben oder mich anderweitig kontaktieren, ich helfe dann gerne. 🙂

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