Man scrollt durch Threads und sieht plötzlich einen Pflanzenladen. Keinen echten, aber er sieht interessant genug aus, dass man neugierig wird, recherchiert und schließlich bei Steam landet. Ein schöner Zufallstreffer! Beziehungsweise hat mir der Algorithmus ausnahmsweise ziemlich genau das Richtige ausgespielt.
Leafy Corner ist, wie der Titel schon sagt, dein eigener Pflanzenladen. Dabei ist es kein großer Wirtschaftssimulator, sondern ein Cozy Game. Es soll für einen verhältnismäßig kleinen Preis ein paar entspannte Stunden bieten, ohne großen Stress oder Action.
Auf Steam kostet das Spiel regulär 9,99 Euro und ist gelegentlich auch günstiger zu bekommen. Erhältlich ist es für Windows, macOS, Nintendo Switch, PlayStation und Xbox.
Man startet mit einem kleinen Raum, in dem zunächst kaum mehr als eine Verkaufstheke samt Verkäuferin steht. Nach und nach lässt sich fast alles anpassen: Fußboden, Wände, Regale, Bilder, Töpfe und auch die Verkäuferin selbst (Man muss alles natürlich nach und nach freispielen).
Durch den Spielfortschritt werden ein größerer Laden, weitere Pflanzen, mehr Deko, neue Töpfe und vieles mehr freigeschaltet. Ganz grob würde ich sagen, dass man etwa 15 Stunden beschäftigt ist, bis man einen Laden einmal durchgespielt hat. Danach hört das Spiel aber nicht auf, man kann es weiterspielen, nur dass es eben nichts mehr freizuschalten gibt.
Technisch wirkt das Spiel sehr sauber umgesetzt. Unter Windows hatte ich keinerlei Abstürze, die Bedienung ist flüssig und intuitiv und auch der Grafikstil gefällt mir. Viel auszusetzen habe ich tatsächlich nicht. Natürlich beschäftigt einen Leafy Corner keine 100 Stunden. Aber es kostet eben auch nur rund zehn Euro. Für die Qualität und die Spielzeit finde ich den Preis absolut gerechtfertigt.
Man könnte aus dem Konzept natürlich noch viel mehr machen: einen größeren Laden, zusätzliches Zubehör zum Verkaufen oder eine größere Welt rundherum. Aber genau das will das Spiel gar nicht sein. Es ist ein Cozy Game. Ein paar Stunden gemütlich spielen, den eigenen Laden gestalten und dabei eine gute Zeit haben.
Ganz stressfrei ist es übrigens trotzdem nicht immer: Wenn gleichzeitig ein Kunde am Telefon etwas möchte, an der Kasse Leute warten, Pflanzen Wasser brauchen und die Regale leer werden, kann es für ein paar Minuten durchaus etwas hektischer werden. Umso befriedigender ist es, wenn anschließend wieder alles erledigt ist und man nebenbei vielleicht sogar eine neue Panaschierung entdeckt hat.

Auch die Abwechslung gefällt mir: Mal ruft jemand an, mal möchte ein Kunde beraten werden und teilweise gibt es kleine Rätsel, bei denen man herausfinden muss, was jemand eigentlich sucht. Dazu kommen immer wieder Möglichkeiten, neue Pflanzen, Deko, Töpfe und vieles mehr freizuschalten. Man freut sich richtig, wenn man eine beliebte Pflanze beispielsweise endlich freigeschalten hat.
Apropos Pflanzen: Ich habe natürlich nicht jede einzelne Angabe überprüft, aber soweit ich es beurteilen kann, stimmen die Informationen zu den Pflanzen. Grobe Schnitzer sind mir jedenfalls nicht aufgefallen. Das passt zum insgesamt sehr guten Eindruck des Spiels.
Nach knapp 15 Stunden habe ich meinen ersten Laden nun durchgespielt. Damit muss allerdings noch nicht Schluss sein. Es lassen sich bis zu drei Spielstände anlegen und durch die vielen Gestaltungsmöglichkeiten kann man problemlos einen zweiten Laden ganz anders aufbauen.
Und wer wie ich keinen eigenen Pflanzenladen besitzt, bekommt hier zumindest die digitale Variante davon. Allein die Idee gefällt mir schon, umso schöner, dass sie auch noch so gut umgesetzt wurde.
Vielleicht kommen in Zukunft noch Erweiterungen oder Updates dazu. Ich hätte jedenfalls nichts dagegen. Bei entsprechendem Umfang auch gerne gegen einen passenden Obolus. Pflanzen gehen ja immer, oder?







