Ich weiß gar nicht, wie das mit den Raritäten bei mir angefangen hat. Vermutlich ist da Instagram dran schuld (ist in dem Fall aber eher was positives). Wobei es auf Insta – wenn es um Raritäten geht – oft nur um Sorten von bekannten Pflanzen wie der Monstera ‚Thai Constellation‘ geht. Die Sorte hatte (hat?) ja einige Zeit lang einen richtigen Hype, was dann auch mein Interesse geweckt hat.
Wobei es mir persönlich nicht um seltene Sorten von bekannten Gattungen wie der Monstera geht, sondern eher um Gattungen oder Arten, die selten/besonders sind. Wie beispielsweise die Phalaenopsis schilleriana (mit auf dem Foto eine Begonia burkilliii), bei der es sich um eine Naturform der allseits bekannten Phalaenopsis-Hybriden handelt und ich wissen wollte, wie die Ursprungspflanze aussieht. Oder auf dem untersten Foto die Neea virens, hat mich etwas an einen Ficus benjamini erinnert, sieht einfach schön aus, ist was anderes, ist aber schwerer in der Pflege, als ein Benjamini.

Der Reiz war also da, solche Raritäten am Leben zu halten und das auch mit den Terrarien zu testen. Die Terrarien sind wichtig, um kontrollierte Lebensbedingungen für die Pflanzen zu schaffen. Gerade um die Luftfeuchte auf über 60 % zu halten. Dazu braucht man nicht unbedingt ein Terrarium, eine Pflanzenvitrine geht genauso, Hauptsache geschlossen. Für ein paar Tillandsien benutze ich ein einfaches Minigewächshaus von Ikea, das geht genauso.
Licht spielt auch eine große Rolle, daher kommt man um spezielle Pflanzenlampen nicht herum. In der Regel sind die Zimmer bei uns allen zu dunkel, so dass man meistens beleuchten muss. Wenn ich die Begonia burkillii als Beispiel nehme, braucht die mindestens 3000-5000 Lux, das erreicht man mit Glück an einem Südfenster mit Sonne. Die Begonie sollte aber möglichst wenig Sonne abbekommen, daher muss man sie beleuchten, um auf diese Luxzahlen zu kommen.
Falls man dann alles mit Luftfeuchte und Licht richtig macht und die Pflanzen wachsen, kommt die nächste Schwierigkeit: Pflanzen werden zu groß. Es gibt Sorten/Arten, die relativ schnell zu groß werden für das Terrarium oder die Pflanzenvitrine. Was macht man dann? Größeres Terrarium? Doch im freien Zimmer pflegen (das werde ich bei der ein oder anderen Pflanze testen)? Oder die Pflanze kürzen und eventuell dabei Stecklinge machen und vermehren. Sind alles gute Möglichkeiten, welche man im Einzelfall dann abwägen muss. Etwas vorbeugen kann man, in dem man beim Kauf darauf achtet, Pflanzen zu kaufen, die klein bleiben oder die man gut klein halten kann.

Man muss das mit den Raritäten also schon wollen und sich darum kümmern, es ist kein Selbstläufer. Andererseits ist man dann stolz darauf, wenn die Pflanze wächst und gedeiht und man selbst dafür verantwortlich ist. Und man hat dann etwas, das nicht jeder hat und das auch eine Abwechslung zu den Standardpflanzen bietet. Nichts aber gegen Standardpflanzen (Habe ich selber viele)!
Also ich bin froh, damit angefangen zu haben, da ich dadurch auch noch Dinge lerne, die ich bisher nicht wusste. Aber ich versuche es nicht so ausarten und das ganze Zimmer voll zu stellen. Aber das wird man sehen ob das klappt…


