Der Unterschied zwischen Gärtner und Floristen

Dass jemand nicht weiß, wieviele Fachrichtungen der Gärtner hat, finde ich ja normal (Muss man nicht unbedingt wissen). Vor kurzem aber hatte ich ein Gespräch mit jemand, der den Unterschied zwischen Gärtner und Floristen nicht kannte und dem der Beruf des Floristen eigentlich gar nichts sagte.

Man könnte vielleicht jetzt auf die Idee kommen, dass derjenige nicht viel in der Welt herumkommt, einen niedrigen Schulabschluss hat oder einfach keine Ahnung von der Welt hat (Pegida-Anhänger?). Aber derjenige hatte Abitur, ein abgeschlossenes Studium, reist viel und kennt den Unterschied zwischen diesen beiden Berufen nicht?

Ich war überrascht als ich mit diesem Unwissen konfrontiert wurde. Klar, ich arbeite im Gartenbau, da darf ich nicht davon ausgehen, dass da branchenfremde Personen über alles Bescheid wissen. Aber sowas? Ich hab den Unterschied dann erklärt. Ist nämlich recht einfach zu merken.

Und wer möchte, kann sich gerne in den Kommentaren outen, falls jemandem diesen Unterschied noch nicht geläufig war. Es wird sicherlich vielen so gehen und das ist auch nicht schlimm. Aber eben doch manchmal überraschend.

Was macht ein Gärtner?

Den Gärtner habe ich ja in einem Artikel schon einmal vorgestellt. Der Gärtner spezialisiert sich auf eine bestimmte Art von Pflanzen (Bäume und Sträucher, Stauden, Beet- und Zimmerpflanzen, Friedhof, Obst, Gemüse oder das Anlegen und Pflegen von Gärten). Er produziert je nach Firma die Pflanzen bis man sie verwenden oder verkaufen kann. Er kennt die Pflege, arbeitet mit den Pflanzen, pflanzt die Pflanzen in Beete und Gefäße und pflegt sie, damit sie möglichst lange gesund bleiben. Er kennt sich als Baumschulgärtner mit Bäumen und Sträuchern aus, weiß, wie man diese schneidet, wie man sie fällt, kann den Pflanzen helfen wenn sie Krankheiten haben, kurz gesagt: Alle Fachrichtungen des Gärtners sind extrem vielseitig.

Und was macht ein Florist?

Der Florist arbeitet mit dem, was der Gärtner produziert. Das sind vor allem Schnittblumen. Schließlich ist die Hauptaufgabe eines Floristen der, Blumensträuße, Gestecke für Hochzeiten, Feiern und Beerdigungen zu binden. Er bepflanzt auch Balkonkästen, Gefäße und kennt sich auch mit Zimmerpflanzen aus. Außerdem stellt ein Florist auch viele handwerkliche Stücke aus Holz, Plastik, Pflanzen und anderen Werkstoffen her, weiß viel über Farben und wie man etwas gut in Szene setzt. Er kann also auch gut Räume und anderes dekorieren und so ein schönes Ambiente schaffen.

Von daher unterscheiden sich die Berufe zwar, überschneiden sich aber auch ein gutes Stück. Gibt auch Gärtner die viel mit Dekoration und Arrangements am Hut haben. Und trotzdem unterscheidet sich gerade die Ausbildung. Zwar gehen beide Ausbildungen 3 Jahre, aber so lernt ein Gärtner beispielsweise nicht, wie man einen Blumenstrauß bindet. Das ist nämlich gar nicht so einfach.

Andererseits lernt ein Florist nicht, wie man Blumen produziert. Das hat er vielleicht mal am Rande in der Berufsschule mitbekommen, aber mehr nicht. Er soll ja aus den produzierten Pflanzen etwas machen.

Woran liegt es?

Leider ist der Beruf des Floristen nicht sehr gut bezahlt. Viele Floristen arbeiten als 450 Euro-Kraft. Was ich schade finde, denn Floristen stellen oftmals richtig schöne, aufwendige Stücke und Sträuße her, zu dem viel Können, Geschick und Wissen/Erfahrung gehört. Und das sollte man eigentlich auch entsprechend honorieren.

Stattdessen werden solche Fachkräfte schlecht bezahlt und es sind oftmals auch nur Stellen in Teilzeit oder als geringfügige Beschäftigung. Das macht den Beruf wenig attraktiv für Nachwuchs, der eigentlich gebraucht wird. Und es motiviert auch nicht gerade die Mitarbeiter, gute Leistung zu bringen, wenn die Gegenleistung dagegen wiederum nicht stimmt. Ein Teufelskreis, den es leider in viel zu vielen Berufen gibt.

Ich hoffe auf jeden Fall, dass der Unterschied zu den beiden Berufen etwas klarer geworden ist. Und ich hoffe auch, dass aus dem Beruf ein bisschen mehr wird, als das, was es jetzt ist. Ansonsten erfreuen wir uns an dem, was die Floristen Tag für Tag zaubern. ich hab vor kurzem zum Beispiel über Blumensträuße geschrieben.


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15 Kommentare zu “Der Unterschied zwischen Gärtner und Floristen

  1. Interessant, dass der Gärtner sozusagen die Pflanzen produziert und der Florist wiederum mit dem Produzierten arbeitet. Ich muss mich bald für einen Ausbildungsweg entschieden und ich tendiere zur Floristik. Aber vorher habe ich mehrere Praktika, die mir Einblicke in beide Bereiche gewähren werden.

    • René Zintl

      Ohne Praktikas geht es nicht. Von daher viel Erfolg in einem der grünen Berufe. :)

  2. Mir war wirklich bisher nicht ganz klar was der Unterschied zwischen einem Gärtner und einem Floristen ist. Mir war zwar bewusst, dass es Unterschiede gibt aber nicht welche. Natürlich gibt es auch dort noch gewisse Überschneidungen.

  3. Ich habe nicht gewusst, dass es einen Unterschied zwischen einem Gärtner und einem Floristen gibt. Eine sehr gute Erklärung ist, dass der Florist mit dem arbeitet, was der Gärtner produziert. Meine Nichte möchte mit Pflanzen arbeiten, jetzt werde ich mit ihr über die Berufe diskutieren können.

    • René Zintl

      Ja, da muss sich deine Nichte überlegen was sie da genau machen will. Als Gärtner produziert man aber nicht nur Pflanzen. Wenn man beispielsweise Gräber oder Balkonkästen bepflanzt oder Büroräume begrünt, verwendet man dann auch Pflanzen.

      Wenn Fragen auftauchen, gerne auf mich zukommen.

  4. Gut zu wissen, dass ein Gärtner sich auf eine bestimmte Art von Pflanzen spezialisiert. Das wusste ich nicht! Ich finde einen Job in diesem Bereich sehr schön. Die Welt der Pflanzen finde ich auf jeden Fall sehr faszinierend. Danke für den Beitrag, sehr informativ!

  5. René Zintl

    Naja so kann man das leider auch nicht sagen. Ein Gärtner produziert im Gegensatz zum Florist die Pflanzen, aber er arbeitet auch damit. Ein Friedhofsgärtner zum Beispiel produziert die Pflanzen und schmückt damit dann die Gräber. Nicht so einfach. :)

  6. Meine Tochter fragte mich über diesen Unterschied, aber wenn ich versuchte zu erklären, sagte sie mir, dass Gärtner auch Blumen verkaufen. Sie dachte wahrscheinlich darüber, weil wir letzte Woche Blumen für das Grab der Urgroßmutter kauften. Die verschiedene Fokusse und Ausbildungen machen den größten Unterschied, wie sie sagen.

  7. Danke für den Blog. Ich hab den Unterschied zwischen Gärtner und Florist nicht immer ganz verstanden, aber jetzt schon. Zum Beispiel, ich hatte keine Ahnung, dass der Gärtner sich normalerweise nur mit einer bestimmten Pflanze auskennt. Eine Art Spezialist ist er denn. Den Artikel fand ich sehr gut geschrieben und sehr informierend. Meine Frau möchte das Haus für ein Photoshoot mit der Familie dekorieren. Jetzt muss ich einen Floristen finden.

  8. Drothler Daniela

    Das ein Gärtner sich nur mit einer bestimmten Pflanze auskennt, stimmt so doch nicht. In der Ausbildung bekommt man verschiedene Arten und Sorten gelernt von Stauden, Halbstauden, Sträuchern Bäume. Von allen Bereichen. Und auch in der Ausbildung der Floristk gibt es die gärtnerischen Grundausbildung im Bereichen der Bodenkunde, Düngerlehre und der Pflanzenkunde. Ganz so einfach , kann man es sich nicht machen. Es sind viele Bereiche, die sowohl in der Gärtnerausbildung als auch in der Floristenausbildung gleich sind. LG Daniela Landschaftsgärtnerin

    • René Zintl

      Hallo Daniela,

      danke für dein Input. Du hast da natürlich Recht: Als Gärtner oder Florist bekommt man eine solide Grundausbildung. Dennoch hat man es später im Beruf oft nur mit einem bestimmten Bereich zu tun.

      Gerade als Zierpflanzengärtner: Der eine arbeitet in einer Sukkulentengärtnerei, der andere produziert Beet- und Balkonpflanzen wieder ein anderer arbeitet in der Stadtgärtnerei und kümmert sich um Grünanlagen.

      Je nachdem wo man dann arbeitet und auch die Ausbildung macht bekommt man mehr oder weniger von anderen Themen mit. Und das ist den wenigstens einfach bewusst, diese Vielfalt. Selbst du als Landschaftsgärtnerin hast sicher weniger Ahnung von Orchideen als wer, der in einer Orchideengärtnerei arbeitet.

      Und was man teils vor vielen Jahren in der Ausbildung hatte, muss man dann nicht unbedingt mehr wissen. Auch wenns schön wäre. :)

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