Die Todsünde: Etwas nicht wissen und das als Gärtner!

Ich hatte vor einer Weile einen Artikel der Anne von neontrauma.de gelesen, der „Perfekt unperfekt“ hieß. Es ging darum, dass man im Internet oftmals nur perfekte Menschen sieht, die kaum Schwächen haben und immer alles perfekt machen.

Dabei gibt es solche Menschen eigentlich nicht: Egal wie intelligent, egal wie toll ein Mensch ist, jeder Mensch hat seine Schwächen. Der eine vielleicht mehr, der andere ein bisschen weniger. Dabei tun sich viele (mich eingeschlossen) schwer, solche Schwächen zuzugeben. Vor allem dann, wenn es eigentlich von einem erwartet wird.

Denn die Judith von JudysDelight hatte mich vor einiger Zeit gefragt, was das hier ist:

Wir waren dabei auf einem Bloggerstammtisch und andere schauten mich dann auch an. Ich musste passen. Ich wusste es nicht. Sie hat es mir natürlich nicht übel genommen und die anderen auch nicht. Aber für mich war es unangenehm. Denn ich blogge darüber und ich wusste es dann nicht. Dabei hätte ich gerne auf alle Fragen eine Antwort.

Ich kann ihr natürlich trotzdem helfen und in meinem Büchern nachschlagen, was ihr dann auch was gebracht hat, denn es ist eine Calathea oder eine Ctenanthe. Das lies sich mit dem Bild nicht zweifelsfrei feststellen. Außerdem hatte die Pflanze auch Schädlinge (Spinnmilben). Wenn es wer genauer weiß: Gerne in die Kommentare schreiben oder per Mail.

Ich konnte ihr also mit ein wenig Verzögerung doch helfen. Und trotzdem ärgert es mich. Andererseits: Wer weiß schon alles? Richtig, niemand. Und gerade bei Pflanzen gibt es das Problem, dass es so verdammt viele gibt. Daher spezialisieren sich Gärtner auch auf bestimmte Arten. Der eine macht nur Orchideen, der andere Kakteen und so weiter. Ich produziere Zierpflanzen für Beet und Balkon. Ich weiß also nicht so wahnsinnig viel über Zimmerpflanzen. Würde aber gerne mehr wissen. Was auch ganz langsam besser wird.

Daher kenne ich mich hauptsächlich über Balkonpflanzen aus. Zwar habe ich in der Ausbildung auch viel über Stauden, Gehölze und Zimmerpflanzen gelernt, aber doch habe ich mit diesen Bereichen seit 7 Jahren nichts mehr am Hut. Das, was ich darüber weiß, habe ich noch aus der Ausbildung im Kopf oder durch lesen und lernen im Privaten.

Daher habe ich auch das Blog hier gestartet: Zum einen um Fragen zu sammeln und zu beantworten, die mir gestellt werden und zum anderen um weiter Wissen zu lernen. In meiner jetzigen Gärtnerei lerne ich nichts mehr neues dazu, was mich extrem langweilt und mich nicht voranbringt.

Durch das Blog lerne ich immer wieder neues hinzu. So wie jeder immer wieder neues hinzu lernt.

Daher: Wenn jemand eine Frage an mich hat: Gerne her damit! Entweder weiß ich es oder helfe euch trotzdem so gut es geht. :)

Kräuter, überall Kräuter!

Wie der ein oder andere vielleicht schon gelesen hat, war ich im November letzten Jahres auf einem Barcamp in Karlsruhe und habe mich dort sogar hinreißen lassen, meine allererste Session zu halten. Die Session sollte sich um das urbane Gärtnern drehen. Ich hatte anfangs ein bisschen das Urban Farming vorgestellt, sprich: Industrieller Gemüseanbau mitten in der Stadt, in alten U-Bahnschächten oder in Gewächshäusern, die auf Hochhäusern stehen. Allein das habe ich anhand der Fragen bemerkt, würde für eine ganze Session reichen (45 Minuten).

Nach diesem kurzen Anriss von Urban Farming, wollte ich ein wenig über Vor- und Nachteile des Gärtnerns in der Stadt sprechen. Zeigen, wie man es sich möglichst einfach machen kann und was man sonst noch so beachten sollte. Das lief soweit auch ganz gut. Niemand hat mit Sachen nach mir geworfen, also kann der Vortrag nicht so schlecht gewesen sein.

Was mich aber irgendwie verwundert hat (Dabei hätte ich es wissen müssen): Immer wieder kamen Zwischenfrage wegen Kräutern. Da war die Mutter von mehreren Kindern, die eine Kräuterspirale wollte oder der Student, der auf dem Balkon seiner Wg Kräuter zum Kochen (nicht zum rauchen) anbaut. Und so kamen dann immer wieder Fragen zu diesem Thema auf. Und ich war nicht wirklich vorbereitet.

Ich bin Zierpflanzengärtner und hatte zwar in meiner Ausbildung das Glück, in einem Mischbetrieb zu sein, der alle Bereiche des Gartenbaus abgedeckt hat, aber gerade in meiner jetzigen Anstellung habe ich mit Kräuter gar nichts am Hut, ich produziere wie am Fließband Zierpflanzen. Mehr nicht. Das war auch einer der Gründe, warum ich dieses Blog gestartet habe: Ich wollte lernen. Und bei Kräutern habe ich festgestellt, dass ich eigentlich alles von Grund auf lernen muss, weil das die Leute interessiert und weil es mich selber interessiert und ich die Fragen, die mir gestellt werden, natürlich auch beantworten möchte.

Deswegen hatte ich letztes Jahr (ohne Vorkenntnisse) mich an Kräutern probiert. Und bemerkt dass das gar nicht so einfach ist, die Fragen kommen nicht von irgendwoher… Also habe ich mir Fachliteratur besorgt, befreundete Gemüsegärtner ausgefragt und mich in das Thema eingearbeitet.

Dabei habe ich festgestellt, dass das Thema Kräuter nicht so wahnsinnig kompliziert ist. Man kann es sich einfach machen und vorgezogene Pflanzen kaufen oder man macht es sich schwerer und sät selber aus. Man hat auch die freie Auswahl, wohin man die Kräuter stellt, egal ob Balkon oder Garten und die weitere Pflege ist auch nicht so schwer, wie man sich das gemeinhin vorstellt.

Ich habe zurzeit zwei Balkonkästen und einen großen Kübel (siehe Bild). Gerade in diesen großen Kübel könnte man wunderbar Kräuter einpflanzen, was ich auch machen werde. Hier in der Nähe gibt es eine große Gemüsegärtnerei, in die ich schon in meiner Ausbildung oft gefahren bin und in Bioqualität produzieren. Da passt zwar meine Erde mit Substrat nicht ganz dazu, aber das sei mir hoffentlich verziehen.

Jedenfalls werde ich das Thema Kräuter dieses Jahr etwas ernster anpacken und sowieso: Ich werde hoffentlich viel Zeit auf meinem Balkon dieses Jahr verbringen. Das hoffe ich für uns alle, dass wir viel Zeit im Grünen, sei es auf dem Balkon oder im Garten verbringen können. Am Samstag gibt es den ersten richtigen Artikel zum Thema Kräuter. Ich hoffe, es gefällt. Frohes Gärtnern!

Neue und alte Obstsorten

Ich habe in meiner Verwandtschaft einen Onkel, der auf einem Bauernhof aufgewachsen ist und dementsprechend viel über Obst-, Gemüse- und Getreidesorten weiß. Dabei wohnt er in einer Gegend, in der es einen sehr leckeren Apfelsaft gibt und er selbst auch diverse Apfelbäume hat.

Ich rede mit ihm ab und zu über Sorten, was es damit auf sich hat und was besser ist: Alte oder neue Sorten? Und was man beachten sollte, wenn man selber einen Obstbaum im Garten haben möchte. Hinweis: Im Folgenden rede ich über Apfelsorten. Man kann es aber auf generell jede Obstsorte beziehen.

Weiterlesen „Neue und alte Obstsorten“