Dendrobium-Orchidee verblüht – Was tun?

Ich mag es wenn ich etwas gefragt werde. Zwar wiederholt sich manches, aber oft wird man auch etwas neues gefragt und das hält die grauen Zellen in Schwung. So ging es mir bei einer verblühten Dendrobium-Orchidee. Da wurde ich folgendes gefragt:

„Was soll ich mit dieser Pflanze machen? Die ist verblüht!“

Ist die Dendrobium verblüht, sollte man die Blüten direkt am Stengel abschneiden. Außerdem ist es dann wichtig, eine 2-monatige Ruhephase anzufangen. Sie sollte dann kühl und relativ trocken stehen. Kühl bedeutet dabei tagsüber so um die 16 und nachts so um die 11 Grad. Dabei sollte sie dann auch nicht gedüngt werden.

Außerhalb der Ruhephase sollte die Dendrobium bei um die 20 und nachts bei um die 15 Grad stehen und dann auch wieder gut gegossen und gedüngt werden. Der Temperaturunterschied und die Ruhephase ist wichtig, damit sie wieder blüht.

Dabei beachten: Bildet die Orchidee anstatt neuer Knospen Kindel, dann war die Ruhephase nicht konsequent genug. Hat sie Blätter dagegen abgeworfen, war es zu konsequent.

Das ist nicht ganz einfach und es kann sehr gut sein, dass es beim ersten Mal nicht klappt. Nur Mut und nochmal probieren!

Was wurde aus der besagten Pflanze?

Die Frage kam aus meiner Familie. Demjenigen war das dann zu kompliziert und hat sie ohne besondere Pflege noch eine Weile im Topf gelassen und dann entsorgt. Verständlich, aber wie gesagt: Wenn jemand da Interesse und die Zeit hat, gerne probieren. Kann man dann schon stolz drauf sein wenn man sie wieder zum blühen bekommt.

Fragen gerne in die Kommentare oder per Mail/Social Media an mich.

V wie vegetative Vermehrung

Ich hatte vor einiger Zeit über die generative Vermehrung geschrieben, welche die Vermehrung über Samen beschreibt. Die zweite Vermehrungsart ist die vegetative Vermehrung. Darunter versteht man die Vermehrung von Pflanzen über Stecklinge, Teilung, Veredelung und vielem mehr.

Doch welche Formen der vegetativen Vermehrung gibt es noch? Wie gehen diese vonstatten? Und welche Vorteile hat es gegenüber der Vermehrung mit Samen?

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Gärtner – Ein Beruf mit Zukunft?

In meinem allerersten Blogartikel hier auf Velanga habe ich ein wenig die verschiedenen Fachrichtungen des Gärtners vorgestellt. Kaum einer kennt sie, für die meisten gibt es eben den Gärtner für alles. Dass es aber 7 Fachrichtungen und zahlreiche andere Berufe im grünen Bereich gibt, wissen meist nur die, die auch in diesem Bereich arbeiten.

Doch wie sind überhaupt die Zukunftsaussichten im Gartenbau? Lohnt es sich, dort einzusteigen? Oder sollte man es lieber lassen?

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Der Weihnachtsstern als billige Massenware?

Beim gärtnerblog ging es in diesem Artikel über Billig-Blumenzwiebel. Vorallem dass immer mehr Blumenzwiebel produziert werden, der Preis immer niedriger wird und die Produzenten dabei nicht wirklich wissen, wie sie aus diesem Abwärtstrend wieder herauskommen, ist Thema des Artikels. Doch auch im Bereich Topfpflanzen gibt es so einige Probleme, dass immer mehr zu einem immer niedrigeren Preis verkauft wird.

Was wird verkauft?

So wird weiterhin überwiegend die Farbe Rot verkauft, wenn es auch einige tolle neue Sorten im Bereich Pink gibt, so bemängelt der Autor im Artikel, dass weiterhin eine rein weiße Sorte fehlt. Ich persönlich kenne auch nur die cremeweiße Sorten. Wobei die Züchter natürlich eifrig an einer rein weißen Sorte arbeiten. Wie lange das dauert, ist ungewiss.

Wo gekauft wird

Das Hauptproblem ist aber, dass die Leute ihre Weihnachtssterne mittlerweile hauptsächlich im Baumarkt oder im Lebensmitteleinzelhandel kaufen. Dort wird eine gewisse Masse abgesetzt, so dass auch die Preise entsprechend niedrig sind. Diese Preise wiederum kann der Fachhandel aber meist nicht mithalten und verkauft so oftmals dieselben Weihnachtssterne nur eben teurer.

Was man tun könnte

Der Fachhandel der oft inhabergeführt ist, tut sich schwer, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, in dem er folgendes versuchen könnte:

  • spezielle Sorten (dunkelrote oder mehrfarbige Weihnachtssterne),
  • Größen (kleine Minis, große Büsche, Hochstämmchen)
  • bessere Qualität (Längere Haltbarkeit, weniger empfindlich gegen kalte Luftzüge)

Die Produzenten bieten das alles schon, denn diesen bleibt ebenfalls nichts anderes übrig, da sie nicht die Fläche haben, auf Masse zu produzieren und damit einen entsprechenden Preis anbieten zu können.

Meine eigene Erfahrungen

In der Adventszeit bin ich in einen „grün erleben“-Fachmarkt gegangen und dieser hatte meist dieselbe Ware wie im Baumarkt/Einzelhandel. Kleinere rote Weihnachtssterne hat er für 3 Euro das Stück angeboten. 2 Stück für 5 Euro. Diese waren aber unten herum sehr nackig mit vielen gelben Blättern, die auf das zu eng stehen zurückzuführen sind. Weiter Richtung Kasse hat er zwar eine neue Sorte angeboten und nochmal hochpreisige rote Sterne angeboten (die weiter auseinander standen und immerhin dadurch wesentlich besser aussahen), aber da hat schon einer 7 Euro gekostet wo dann selbst ich wohl eher zu den billigeren gegriffen hätte (Mit ein wenig suchen fand man auch den einen oder anderen akzeptablen).

Ebenfalls war ich noch in einem kleineren Floristladen wegen einer Zimmerpflanze (Der Laden ist bei mir gleich ums Eck, da bietet sich das an). Dieser hat damals auch nur rote (Ok, 2 pinke Weihnachtssterne hatte er noch) Weihnachtssterne die viel zu eng standen und deshalb unten rum gelb waren. Fand ich nicht so toll.

Und nun?

Andererseits muss man auch sagen, dass die überwiegende Mehrheit nur rote Weihnachtssterne kauft. Zwar habe ich ein paar pinke Weihnachtssterne verschenkt und die Beschenkten waren begeistert, aber das ist nur eine Minderheit. Trotzdem enttäuschend, wenn man nur rot sieht.

Ob es dann letztendlich Sinn macht, spezielle Sorten, spezielle Größen und eine gute Qualität anzubieten, wenn es kaum einer kauft? Soll man den Weihnachtsstern einfach zu einer Massenware verkommen lassen? Da tun sich wohl Produzenten, Ladeninhaber und viele andere schwer.

pH-Wert – Wenn die Pflanze nicht an Nährstoffe rankommt

Dass das mit dem Düngen wichtig ist, bekommt man teilweise mit. Damit löst man das Problem, dass die Nährstoffe in der Erde sind. Bei manchen Pflanzen wie fleischfressenden Pflanzen, Rhododendren und Hortensien hat man aber das Problem, dass selbst wenn man düngt, die Pflanzen nicht an die Nährstoffe rankommen. Grund ist dann ein falscher ph-Wert der Erde.

Der pH-Wert (lat. potentia hydrogenii) bezeichnet wissenschaftlich die Konzentration von Wasserstoffionen in einem Liter Wasser. Dabei nutzt der pH-Wert eine Skala von 0 bis 14. 7 ist ein neutraler Wert, darunter wird der Wert als sauer und über 7 als alkalisch bezeichnet.

Was braucht die Pflanze?

Wichtig für Pflanzen sind Werte von 4 bis 8. Die meisten Pflanzen bevorzugen dabei einen leicht sauren pH-Wert von 6. Bekannte Pflanzen die einen niedrigen pH-Wert bevorzugen sind Azaleen bzw. Rhododendren sowie Hortensien und fleischfressende Pflanzen. Pflanzen die einen alkalischen Wert von bis zu 8 vertragen sind beispielsweise die Passionsblume oder die Zimmercalla.

Was macht der ph-Wert?

Doch was stellt denn nun der pH-Wert mit der Pflanze an? Nun, mit der Pflanze an sich nichts. Der pH-Wert hat etwas mit dem Substrat zu tun indem er Nährstoffe bindet oder freigibt, je nach Höhe des Wertes. Dies hat unter anderem mit den Ionen zu tun, die Nährstoffe binden oder lösen und sich auch auf die Struktur des Bodens oder des Substrats auswirkt.

Jedenfalls sind Nährstoffe je nach Höhe des Wertes unterschiedlich verfügbar und da Pflanzen unterschiedliche Nährstoffe bevorzugen, gibt es auch unterschiedliche Anforderungen an den pH-Wert für eine Pflanze. Bestes Beispiel ist die Hortensie, die einen sauren Wert von 4,5 braucht, damit sie ihre Blaufärbung nicht verliert. Ist der Wert höher, kann sie das Aluminium nicht aufnehmen. Dabei muss man aber beachten: Die Hortensie wächst und gedeiht auch wunderbar bei einem Wert von 6. Nur wird sie sich dann nicht blau färben. Denn sie kommt auch bei einem höheren ph-Wert an alle relevanten Nährstoffe. Nur das Aluminium ist dann eben nicht erreichbar.

Kann man den ph-Wert ändern?

Nun könnte man in helle Aufregung geraten, immer den pH-Wert der Substrate zuhause testen um dann hektisch am Wert zu arbeiten. Wichtig zu wissen ist: Meist kann man den pH-Wert außer Acht lassen. Wenn man von solch Spezialisten wie der Hortensie oder Rhododrendren einmal absieht.

Wer dennoch nachmessen möchte, findet im Fachhandel Indikatoren, mit dem man den pH-Wert feststellen kann. Erhöhen lässt sich der Wert recht einfach mit Kalk.

Wer den Wert herabsetzen möchte, sollte sich entsprechende Erde (Rhododendronerde zum Beispiel) kaufen und die Pflanzen umsetzen und danach darauf achten, dass er nicht mit kalkhaltigen Wasser gießt, das ebenfalls den Wert wieder erhöhen würde. Es gibt auch diverse Hausmittel wie Kaffeesatz oder wer hat: Kompostierte Erde von Nadellaub senkt auch den ph-Wert. Das alles ist aber recht langwierig und daher nicht für jeden geeignet.

Für Anfänger sind also Pflanzen die einen entsprechenden ph-Wert brauchen nicht so geeignet. Leider sieht man das den Pflanzen vorher nicht an. Da hilft nur vorher informieren oder einfach Erfahrung damit sammeln.

Wie hält man eine Pflanze feucht?

Ich wurde in einem Forum anhand eines Fotos gefragt, was das denn für Blumen sein würden. Es stellte sich heraus, dass es zwei bekannte Bromelien-Gattungen sind. Dann kam (wie anders kaum zu erwarten war) die berühmte Frage „Wie gießt man die?“.

Ich zitiere mich daher mal selber, wie man Bromelien gießt:

Bromelien sind in den Regenwäldern zuhause. Daher mögen sie es gerne feucht. Daher nie austrocknen lassen und die Erde immer leicht Feucht halten.
Dabei sind es aber auch keine Sumpfpflanzen die im Wasser stehen können. Bromelien wachsen auf Ästen ähnlich wie Orchideen und haben daher immer etwas Luft an der Wurzel (Was man eben mit dem feucht halten erreicht: Genug Feuchtigkeit in der Erde, aber eben so, dass die Wurzeln genug Luft abbekommen). Dabei sollte man aber immer etwas in ihren Trichter gießen, da das ebenfalls ihrer natürlichen Lebensweise entspricht.

Wenn man ihnen dann nochmal etwas Gutes tun möchte, kann man schauen, dass man die Luftfeuchte relativ hoch hält. Ab und zu ansprühen tuts aber auch.

Es kam aber eine Nachfrage:

Feucht halten und oben reinkippen hab ich schon gehört, aber wie viel ist denn „feucht halten“? Kann man das in Schnapsgläsern pro Woche ausdrücken?^^

Die Frage ist dabei nicht mal unberechtigt. Immer liest man von leicht feucht halten, gut feucht halten, blabla. Aber was genau ist das denn? Dieses „feucht halten“? Da in dem Forum nur PC-Freaks (im positiven Sinne) zu hause sind, musste ich das Ganze ein wenig umschreiben und bin bei folgender Formulierung gelandet:

Die Maßeinheit Schnapsgläser kenne ich nicht.

Man könnte es vielleicht so erklären: Du hast eine Socke. Wenn du die in der Waschmaschine hattest, ist der meist nur so feucht, dass wenn du ihn auswringen würdest, kein Wasser raustropft. Das wäre ein feuchter Socken. Wenn der Socken aber aufgrund eines anderen Waschprogramms nach dem Waschgang so voll mit Wasser ist, dass es beim leichten drücken runtertropft, dann ist es zu viel.

Daraufhin bekam ich das hier:

Das mit der Socke verdeutlicht es, danke.

Perfekt. :)

Zierbanane bekommt braune Blätter

In meinem Verwandtenkreis habe ich die Frage bekommen, warum die Zierbanane braune Blätter bekommt. Ist etwas sehr naheliegendes, muss man aber auch erstmal selber drauf kommen…

Zierbanane (Ensete ventricosum)
Zierbanane mit braunen Blättern und mehreren Kindl.

Denn die Banane hat im Winter einfach zu wenig Licht. Sie kommt aus den Tropen und hat dort immer viel Licht und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Beides fehlt ihr bei uns in Deutschland im Winter. Daher die braunen Blattflecken. Die Banane geht dadurch nicht kaputt, bekommt aber eben die braunen Flecken.

Auch lässt die Banane Triebe sterben um für frische Triebe Platz zu machen., Normalerweise passiert das mit einen abgeblühten Trieb. Da die Banane in Deutschland aber selten blüht, macht sie das auch mit normalen Trieben.

Was die Pflege der Banane (Ensete vetricosum) insgesamt angeht: So hell und sonnig wie es geht, gerne im Sommer ins Freie. Dabei sollte sie nie austrocknen aber auch nicht im Wasser stehen. Als Substrat nimmt man lockeres Substrat mit viel Kokosfasern, damit die Wurzeln es schön luftig haben. Beim gießen auch das regelmäßige Düngen nicht vergessen!

Falls man die Banane im Sommer draußen hatte (was empfehlenswert ist, damit sie genügend Licht bekommt), im Winter an einen Platz stellen, der so hell ist wie es geht. Im Frühling nach dem Frost darf sie wieder nach draußen.

Im Frühjahr bei warmen Temperaturen (18+ Grad) darf sie gern wieder nach draußen.

Also: Alles halb so wild und das tropische Flair mit ihr genießen!